Geschichte der ersten Fliegeruhr der Welt: die Cartier Santos
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Die Cartier Santos entstand Anfang des 20. Jahrhunderts aus einer praktischen Frage: Wie kann ein Mann beim Fliegen die Zeit ablesen, ohne eine Taschenuhr aus der Tasche zu ziehen?
Der brasilianische Flugpionier Alberto Santos-Dumont beklagte sich darüber bei seinem Freund Louis Cartier. Cartier entwarf daraufhin eine flache Armbanduhr, die Santos-Dumont während des Fliegens am Handgelenk tragen und ablesen konnte. 1904 entstand so die Uhr, die heute als Santos de Cartier gilt. Sie zählt zu den frühesten eigens für das Handgelenk entworfenen Herrenuhren; Cartier brachte sie 1911 in den Verkauf.
Das Design war für seine Zeit ungewöhnlich: ein quadratisches Gehäuse mit abgerundeten Ecken, sichtbare Schrauben auf der Lünette und ein Armband statt eines Lederbands an einer Taschenuhr. Die Schrauben erinnerten an technische Konstruktionen und wurden zu einem charakteristischen Merkmal der Santos. Später kamen unter anderem römische Ziffern, eine Minuterie im „Eisenbahn“-Stil und eine blaue Saphir-Cabochon-Krone hinzu.
In den 1970er-Jahren brachte Cartier die Santos de Cartier Galbée mit stärker abgerundeter Gehäuseform heraus. 1978 folgte die Santos de Cartier mit einem integrierten Edelstahlarmband und goldenen Akzenten – eine elegante Sportuhr, die den Zeitgeist jener Jahre aufgriff.
Die Santos wird deshalb oft als eine der ersten modernen Armbanduhren und als frühe Fliegeruhr bezeichnet. Ihre genaue Rangfolge hängt davon ab, wie man „erste Armbanduhr“ definiert; ihre Bedeutung liegt vor allem darin, dass sie eine Armbanduhr für Männer als praktische und stilvolle Alternative zur Taschenuhr populär machte