Asmus Johannsen Hamburg Geestemünde Chronometer Altersbestimmung
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Asmus Johannsen war ein Norddeutscher Uhrmacher und Chronometermacher, tätig in Altona / Hamburg, später möglicherweise in Geestemünde.
Aktive Zeit: ca. 1870 – 1910.
Nachweislich lieferte er:
-
- Schiffs‑ und Deckchronometer (teils an die Kaiserliche Marine),
- Taschenuhren und Präzisionsuhren mit Gravur „A. Johannsen“ oder „Asmus Johannsen Altona“.
Seine Signaturen und Werknummern tauchen in alten Chronometerlisten und in Museen (z. B. Deutsches Uhrenmuseum Glashütte) auf.
In vielen Fällen arbeitete Johannsen als Regleur oder Finisseur, der unfertige Schweizer oder Hamburger Rohwerke vollendete und justierte
Typische Gravuren & Signaturen
| Gravur / Beschriftung | Zeitraum | Bemerkung |
|---|---|---|
| „Asmus Johannsen Altona“ | ca. 1870–1890 | klassische Handgravur, meist auf dem Messingwerk oder Staubdeckel |
| „A. Johannsen Hamburg“ | ca. 1885–1905 | häufig bei Deck‑ und Schiffschronometern |
| „A. Johannsen Geestemünde“ | ca. 1895–1910 | späte Phase, oft Marinechronometer in Mahagonikasten |
Werknummern & Datierungstabellen
Die Werknummern (Auszüge aus Chronometerverzeichnissen und Museumsbeständen) geben eine gute Orientierung:
| Werknummer | Geschätztes Baujahr | Typisches Modell |
|---|---|---|
| Nr. 1 – 100 | ca. 1870–1885 | frühe Taschenuhren, Schlüsselaufzug, Emailzifferblatt |
| Nr. 100 – 300 | ca. 1885–1895 | Chronometer u. Deckuhren mit Schweizer Rohwerken (Frodsham‑ oder Kullberg‑Typ) |
| Nr. 300 – 600 | ca. 1895–1905 | Marinechronometer, Federchronometer, Geestemünde‑Gravur |
| Nr. 600 – 800 + | ca. 1905–1910 | späte Werke oder Nachfolgearbeiten |
Johannsen führte keine industriell genormte Zählung. Die Nummern sind Werknummern seiner eigenen Montage / Regulierung, nicht zwingend fortlaufende Serienfertigung.
Äußere Erkennungsmerkmale (Zeitepoche prüfen)
| Merkmal | Hinweis auf Zeitraum |
|---|---|
| Schlüsselaufzug, römische Ziffern, Emailblatt | vor 1885 |
| Kronenaufzug, arabische Ziffern, Silbergehäuse (800 er Punze) | ca. 1885 – 1905 |
| Chronometer im Holzkasten, Zifferblatt mit Sekundenanzeige bei 6 Uhr | 1895 – 1910 |
| Signatur „Geestemünde“ oder „Bremerhaven“ | späteste Phase |
| Gravur / Fund | Alter |
|---|---|
| „Asmus Johannsen Altona No. 82“ | etwa 1880 – 1885 |
| „A. Johannsen Hamburg No. 245“ | ca. 1890 – 1895 |
| „A. Johannsen Geestemünde No. 412“ | ca. 1898 – 1903 |
| „A. Johannsen Geestemünde No. 635“ | ca. 1907 – 1910 |
Johannsen, Asmus
( Englischer Chronometermacher)
Asmus Johannsen wurde in Dänemark (damals Schleswig Deutschland) im Jahre 1826 geboren, er siedelte um nach London und war ab 1856 als Uhrmacher tätig, 1859 gründete die Firma Asmus Johannsen. Von etwa 1856 bis 1872 war sein Betrieb in der Holford Square Nr. 38 ansässig.
Ab 1862 arbeitete Asmus Johannsen mit seinem Neffen Christian Carl Lorenzen zusammen. Seither firmierte das Unternehmen als A. Johannsen & Co. Im Jahre 1872 siedelte die Firma um nach Minories 149 in London (diesen Ort anzeigen). 1916 gewann die Firma zwei erste stellen beim Greenwich Chronometerprüfungen. Auch am Kew's prüfungen war die Firma sehr erfolchreich, im Jahre 1923 gewann die Firma A. Johannsen & Co. ein Gruppen Preis beim Brequet 100 Jahre Todestag Ausstellung in Neuchatel.
Der Niederlandischer Chronometermacher Abraham de Casseres vollendete um 1853 bei A. Johannsen & Co. seine Ausbildung. Die Firma war Chronometer-Lieferant der Englischen Admiralität, der Regierung von Indien, der Königlichen Marine von Italien, Spanien und Portugal sowie der U.S.Navy.
Asmus Johannsen wohnte zuerst am Minories 119, später in Lyndhurst Grove 45. Er starb vermutlich im Jahre 1882, eine andere Quelle nennt aber 1920 als Todesjahr. Jedenfall führte Lorenzen nach Asmus Tode den Betrieb weiter bis auch er verstarb im Jahre 1935. L.H.C. Lorensen übernahm das Geschäft, die Firma A. Johannsen & Co. wurde 1940 aufgelöst.