Conrad Wiegand Peine Altersbestimmung Schiffschronometer
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- Conrad (bzw. Konrad) Wiegand war ein Uhrmachermeister und Juwelier in Peine (zwischen Hannover und Braunschweig).
- Belegt in Adressbüchern etwa ab 1895 bis in die 1930er-Jahre.
- Er betrieb kein Industrieunternehmen, sondern eine Einzelwerkstatt mit Ladenverkauf.
- Wie viele Uhrmacher seiner Zeit ließ er Schweizer Rohwerke (sog. „Ébauches“) oder deutsche Feinwerke zukaufen, montierte, regulierte und signierte diese mit seinem Namen.
Das heißt also:
Uhren mit der Gravur „Conrad Wiegand Peine“ stammen nicht aus eigener industrieller Fertigung, sondern wurden von ihm verkauft oder montiert — häufig mit höchster Handwerksqualität.
Typische Uhren und ihre Datierung
| Merkmale | Geschätzter Zeitraum | Beschreibung |
|---|---|---|
| Email-Zifferblatt, römische Ziffern, Schlüsselaufzug | ca. 1885 – 1900 | sehr frühe Taschenuhren, importiertes Schweizer Werk |
| Email-Zifferblatt, arabische Ziffern, Kronenaufzug („Remontoir“) | ca. 1900 – 1915 | übliche Taschenuhrzeit, oft Silbergehäuse |
| Signatur „Conrad Wiegand Peine“, graviert im Staubdeckel | ca. 1905 – 1925 | häufigster Typ |
| Frühe Armbanduhr, kleiner Durchmesser (Offiziersuhr-Stil) | ca. 1915 – 1930 | selten, Übergang zu Armbanduhrzeit |
| „Wiegand Peine“ ohne „Conrad“ | ca. 1925 – 1940 | Ladenmarke oder Nachfolgeschriftzug |
Werkmerkmale
Suche beim Öffnen des Werkdeckels nach Beschriftungen, um das Alter genauer zu bestimmen:
-
Schweizer Herstellerstempel wie
FHF, AS (A. Schield), Rebberg, Tavannes, Barbezat-Baillot
→ meist 1900–1925 -
Deutsche Werke wie Junghans, DUROWE, EMES
→ eher nach 1930
Punzen (Silberzeichen) helfen ebenfalls:
- Halbmond & Krone + Feingehaltszahl („800“, „900“) → deutsches Silber, nach 1888
- Fehlen solcher Punzen → eventuell vernickeltes oder Neusilbergehäuse (1910–1930)
Beschriftung / Gravurtypen
| Gravurtyp | Zeitraum | Bemerkung |
|---|---|---|
| „Conrad Wiegand – Peine“ (kursiv graviert) | ca. 1895–1920 | meist Taschenuhren |
| „C. Wiegand Peine“ (maschinengraviert, gerade Schrift) | ca. 1910–1930 | späterer Stil |
| „Wiegand Peine“ (einfach graviert, Armbanduhrgehäuse) | ca. 1925–1940 | Händlergravur oder Nachfolger |
Fazit – kurze Zusammenfassung
| Kennzeichen | Typischer Zeitraum |
|---|---|
| Email-Zifferblatt mit „Conrad Wiegand Peine“ | 1900–1920 |
| Krone statt Schlüsselaufzug | nach 1900 |
| Silbergehäuse (800er Punze) | 1900–1930 |
| Frühe Armbanduhr mit Signatur „Wiegand Peine“ | 1920–1935 |
| Nur Händlergravur, kein Name auf Werk | oft Handelsgehäuse ab 1930 |
Conrad Wiegand wurde um 1864 und war ein bekannter deutscher Chronometermacher, der in Peine eine eigene Uhrmacherwerkstatt betrieb. Peine liegt in der Geestlandschaft zwischen Hannover und Braunschweig. Eine uhrmacherische Ausbildung erhielt er beim Uhrmacher Chr. Rademann in Peine. Anschliessend ging er von 1885 bis 1887 nach Stuttgart zu dem bekannten Chronometer- und Hofmacher Ernst Kutter.
Hier erlernte er die Anfertigung von astronomischen Pendeluhren und Chronometern. Danach begab er sich für kurze Zeit nach Neapel um dann bei der bekannten Firma Hartmann und Felsing in Berlin zu arbeiten. Zurück in Peine machte er sich mit einer eigenen Werkstatt selbstständig. Auf Anregung des Hamburger
Chronometermachers William Meier begann er ab 1905 Marine-Chronometer zu bauen. Diese waren von so vorzüglicher Qualität, dass er mit ihnen seit 1907 regelmässig mit grossem Erfolg an allen Wettbewerbsprüfungen der Deutschen Seewarte teilnahm.
Circa einhundert seiner Chronometer wurden von der Kaiserlichen Marine und später von der Reichsmarine verwendet. Wiegand pflegte persönliche Kontakte mit den besten Uhrmachern seiner Zeit wie Frielingsdorf, William Meier, Hugo Müller, Georg F.Bley, Ludwig Strasser, Wilhelm Bröcking, Ernst Sackmann, Franz Lidecke un Paul Conrad Stübner.
Nach 40-jähriger Berufstätigkeit setzte er sich in Groß Bülten bei Peine zur Ruhe. Er starb am 27. Juli 1940 dort auch
Quelle: WatchWiki, KI