Eppler Wilhelm Schwenningen Altersbestimmung
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Wer oder was war „Wilhelm Eppler“?
Es handelte sich nicht um eine große Fabrikmarke, sondern um einen lokalen Uhrmacher / Händler, der:
- Schweizer Rohwerke (Ébauches) einkaufte (z. B. von A. Schild, FHF, Unitas, Rebberg/Aegler),
- sie in Deutschland montierte, regulierte und unter eigenem Namen verkaufte.
-
Gravuren sind meist:
„W. Eppler Uhrmacher“, „Wilh. Eppler“, „Eppler – [Ortsname]“.
Damit entspricht dieses Geschäftsmodell dem vieler deutscher Meister‐Uhrmacher (ähnlich Koopmann in Bremen oder Lidecke in Geestemünde).
Uhrenfabrik Wilhelm Eppler GmbH
Wilhelm Eppler gründete im Oktober 1921 in Schwenningen einen kleinen Betrieb, in dem elektromechanisch Systeme (Kopfhörer, Lautsprecher) hergestellt wurden. 1927 kaufte er die Uhrenfabrik Würthner in Bad Dürrheim. Da zwei der Gesellschafter vorher bei Junghans an der Entwicklung von Armbanduhrwerken beschäftigt waren, ist davon auszugehen, dass die Firma auch eigene Uhrwerke herstellte. 1935 erfolgte der Umzug nach Schwenningen.
Ende der 1970-er Jahre wurden mit 120 Mitarbeitern jährlich bis zu 500.000 Uhren hergestellt. Im Zuge der Quarzkrise brach der Markt zusammen und die Firma ging 1998 in Konkurs
⚙️ 2. Zeitlicher Rahmen und Werknummer‑System
Ein individuelles Eppler‑Nummernsystem existierte nicht – die sichtbaren fünf‑ bis siebenstelligen Zahlen sind die Seriennummern der Schweizer Rohwerke.
Richtwerte zur Datierung:
| Werknummer (ungefähr) | Kaliber / Hersteller (typisch) | Zeitraum | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| 100 000 – 250 000 | Aegler (Rebberg‑Werke) | 1900 – 1910 | Frühe Taschenuhren, 15 Rubine |
| 250 000 – 500 000 | A. Schild / FHF 29 / Rebberg | 1910 – 1920 | Handaufzüge, Emailzifferblatt |
| 500 000 – 800 000 | A. Schild (AS 340 bis 970) | 1920 – 1930 | Armbanduhren vor dem 2. WK |
| 800 000 – 1 000 000 | A. Schild AS 970 / 1130 | 1930 – 1940 | „15 Rubis – Swiss Made“, meist Stahlgehäuse |
| 1 000 000 – 1 300 000 | FHF / ETA 1080 | 1940 – 1950 | Stoßgesicherte Nachkriegswerke |
Erkennungsmerkmale zur visuellen Datierung
| Merkmal | Zeitliche Zuordnung |
|---|---|
| Email‑Zifferblatt, römische Ziffern | vor 1915 |
| Arabische Ziffern, keine Leuchtmasse | 1910 – 1920 |
| Leuchtziffern (Radium) – „Luminous“ | ab 1915 |
| Zentral‑Sekunde statt kleiner Sekunde | nach 1925 |
| Stoßsicherung „Incabloc“ sichtbar | nach 1950 |
| Silbergehäuse (800/900 Punze, Halbmond + Krone) | bis 1930 |
| Nickel- / Stahlgehäuse „Staybrite“ | ab 1930 |
Typische Kaliber, die Eppler verwendete
| Kaliber | Hersteller | Bauzeit | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Rebberg 10½ / 11’’’ | Aegler (Biel) | 1900–1915 | wie bei frühen Rolex/Patria |
| AS 340 / AS 420 | Adolf Schild SA | 1915–1930 | Armbanduhren, kleine Sekunde |
| AS 970 / AS 1130 | Adolf Schild SA | 1930–1950 | häufigstes Eppler‑Werk, 15–17 Rubine |
| FHF 29 / ETA 1080 | Fabrique Fontainemelon / ETA | 1940er | späte Handaufzüge |
Beispielhafte Datierungen
| Gravur | Werk | Werknummer | Geschätztes Jahr | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|
| „W. Eppler – Esslingen“ | AS 340 | 342 815 | ca. 1923 | Handaufzug, kleine Sekunde 6 Uhr |
| „Wilh. Eppler – Bremen“ | AS 970 | 681 240 | ca. 1935–1938 | 15 Rubine, Anti‑Magnetic |
| „W. Eppler – Germany“ | AS 1130 | 1 062 512 | ca. 1948–1950 | Nachkriegs‑Serien, Stoßsicherung |
| „W. Eppler – Automatic“ | ETA 2472 | 1 285 420 | ca. 1958 |