Ernst Kutter Stuttgart Chronometermacher Altersbestimmung - Sammler-Uhren

Ernst Kutter Stuttgart Chronometermacher Altersbestimmung

Es existierten mehrere Uhrmacher und Händler mit dem Namen Ernst Kutter im deutschsprachigen Raum, darunter:

Ort Zeitraum (nachgewiesen) Tätigkeit
Stuttgart ca. 1895 – 1935 Uhrmachermeister, Fachgeschäft, signierte Taschenuhren und frühe Armbanduhren
Biberach / Ulm ca. 1910 – 1940 Juwelier, Handelsmarke auf Schweizer Uhren
Berlin / Leipzig vereinzelt ca. 1920–1950 vermutlich Handelsaufdrucke, keine eigene Fertigung

Fazit:
Wenn deine Uhr z. B. „Ernst Kutter Stuttgart“ oder „E. Kutter“ trägt, handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein Uhrengeschäft bzw. eine Werkstatt, die Schweizer oder deutsche Rohwerke unter eigenem Namen vertrieben hat – kein industrieller Hersteller.

Typische Uhren & Datierung

Merkmale Zeitraum Beschreibung
Email-Zifferblatt, römische Ziffern, Schlüsselaufzug ca. 1890 – 1905 frühe Taschenuhrenzeit
Email-Zifferblatt mit arabischen Zahlen, Kronenaufzug ca. 1900 – 1920 klassische Taschenuhren, Silbergehäuse
Gravur „Ernst Kutter Stuttgart“ im Staubdeckel ca. 1910 – 1930 häufigster Typ, mit Schweizer Werk
Früharmbanduhr („Offiziersuhr“, Drahtösen, kleine Sekunde) ca. 1915 – 1930 seltener, Sammlerstücke
„E. Kutter“ oder „Kutter Stuttgart“ auf Stahlgehäuse ca. 1930 – 1940 späte, industriell gefertigte Stücke


Werkmerkmale – entscheidend für die Altersbestimmung

Beim Öffnen des Gehäuses (hinterer Deckel):

  1. Werkprägung untersuchen:
    Häufige Marken bei Kutter‑Uhren:

    • FHF, A. Schild (AS), Rebberg / Aegler, Unitas, Tavannes, Junghans
    • Diese Hersteller liefern Hinweise auf den Zeitraum:
      • FHF / Rebberg: ca. 1900 – 1920
      • AS / Unitas: ca. 1920 – 1940
  2. Punzen am Gehäuse:

    • Halbmond + Krone = deutsches Silberzeichen (ab 1888)
    • 800 / 900 / 935 = Feingehalt des Silbers
    • Fehlen solcher Punzen → oft Neusilberge­häuse, typisch 1920er / 30er

       

       

       3 . Platinenform:

      • Dreiviertelplatine → älter (bis ca. 1910)
      • Brückenwerk → moderner (nach 1915)

Gravur- und Schriftvarianten

Gravur- oder Aufdrucktyp Zeitraum Bedeutung
„Ernst Kutter Stuttgart“ (kursiv handgraviert) ca. 1900 – 1925 individuell signiert
„E. Kutter Stuttgart“ (blockschriftlich) ca. 1920 – 1935 Händlergravur, maschinell
Nur „Kutter“ oder „Kutter Germany“ ca. 1935 – 1950 Handelsmarke, weniger persönlich

 

Ernst Kutter wurde am 9. März 1824  geboren. Eine andere Quelle benennt den 3. Mai des selben Jahres als Geburtsdatum. Der Geburtsort ist Sulz am Neckar.

Sein Vater war als Uhrmacher in Freudenstadt tätig. Bei ihm absolvierte er auch nach erfolgreich abgeschlossener Realschule seine Lehre. Anschließend begab er sich als Gehilfe zunächst nach Bregenz und danach zu dem berühmten Uhrmacher Matthias Hipp in Reutlingen. Weitere Schaffensorte seiner Wanderjahre waren La-Chaux-de-Fonds und London.

Um 1850 wurde er Angestellter des Hofuhrmachers Friedrich Baader in Stuttgart. 1854 heiratete er dessen Tochter. 1856 übernahm er das Geschäft seines Schwiegervaters (Königstraße 11, Stuttgart) und baute es erfolgreich aus. Bekannt sind seine Perronuhren, die von Eisenbahnverwaltungen und andere Behörden oft bei ihm geordert wurden.

Das Geschäft wurde an seine beiden Mitarbeiter August Hahnenwald und Julius Beckmann 1904 übergeben. Hahnenwald übernahm die betriebswirtschaftliche Leitung, Beckmann die Uhrmacheraufgaben. Im Zuge der Wirtschaftskrise wurde 1927 das Geschäft an Fritz Möhrle verkauft, dessen Familie dieses bis zum heutigen Tag weiter betreibt.

Der Betrieb wurde restrukturiert, bedingt durch den Weggang von Beckmann wurden die eigenen Produktlinien der Marke E.Kutter eingestellt und sich auf den Handel, Wartung und Reperaturen konzentriert

Ab 1877 nahm er mit seinen Chronometern an den offiziellen Prüfungen teil. Der Grönlandforscher Friedtjof Nansen nutzte auf einer seiner Expeditionen einen Kutter-Chronometer und bewertete ihn als "wertvollen und vor allem verlässlichen Begleiter". Auch die englische Marine war mit Chronometern von Kutter ausgestattet

Lehrlinge und Gesellen von Ernst Kutter

Conrad Wiegand, Peine (*1864, +27.07.1940), Ausbildung zum Chronometermacher

Louis Kurtz, Münster (*1855, +01.10.1925), Ausbildung zum Chronometermacher

Karl August Cordes aus Kiel (*01.07.1897, +18.05.1975), Ausbildung zum Chronometermacher

 

Quelle: Wikipedia, KI

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