Ferdinand Berthoud Paris Uhren Altersbestimmung
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Ferdinand Berthoud (1727–1807, Paris, Neuchâtel)
Hintergrund
- Geboren in Neuchâtel (Schweiz), später Hofuhrmacher in Paris.
- Bauzeit seiner Werke: ca. 1750 – 1807.
- Spezialisiert auf Marine‑Chronometer, Präzisionspendeluhren und astronomische Instrumente.
- Nach seinem Tod führten sein Neffe Louis Berthoud und dessen Schüler (Paul Berthoud, „Berthoud Frères“, usw.) die Werkstatt weiter – bis ins frühe 19. Jh.
Werknummern & Datierung
- Berthoud‑Uhren wurden einzeln nummeriert, aber es gab keine standardisierte fortlaufende Fabriknummerierung.
- Die Nummer bezieht sich auf das einzelne Werk oder Marine‑Chronometer‑Register, das heute über staatliche Archive verfolgt werden kann.
Orientierung anhand bekannter Stücke
| Gravur / Nummer (Beispiel) | Zeit / Auftrag | Typ |
|---|---|---|
| „Ferdinand Berthoud No. 1–20“ | ca. 1760–1770 | frühe Marine‑Chronometer für französische Marine |
| „No. 50–100“ | ca. 1775–1790 | Observatoriums‑Chronometer |
| „No. 100+“ | ab 1790 bis 1807 | Spätwerke, meist von Werkstatt gefertigt, teils von Neffen signiert |
| „Berthoud Frères“ | 1807 – 1830 | Nachfolgebetrieb unter Louis Berthoud & Frères |
Schweizer / Französicher Uhrmacher in Paris
Ferdinand Berthoud wurde am 19. März 1727 in Plancemont bei Neuchâtel (Schweiz) geboren. Sein Vater Jean Berthoud war Maurer, Zimmermann, Architekt und Jurist. Er hatte noch drei Brüder welche als Uhrmacher tätig waren: Jean Henry Berthoud, Jean Jacques Berthoud und Pierre Berthoud.
Die Lehrjahre Berthoud´s
Im Alter von vierzehn Jahren begann er eine Lehre bei seinem Bruder Jean Henry, der zu dieser Zeit bereits als Uhrmacher in Couvet tätig war. Hier verblieb er vier Jahre bis er im April 1745 nach Paris ging. Sein Start in der französischen Hauptstadt wurde durch den Umstand erleichtert, dass sein Bruder Jean-Jacques bereits seit 1742 dort lebte.
Berthoud in Paris
Durch seine Arbeit zog er die Aufmerksamkeit von Julien Le Roy auf sich, mit dem er dann lange zusammenarbeitete. Um 1745 eröffnete er ein Atelier in der Rue Harlay. Ab 1756 spezialisierte er sich auf den Bau von Präzisionsuhren und entwickelte um 1771 eigenständig die Chronometerhemmung mit Wippe und Federaufzug. Wahrscheinlich arbeitete auch Abraham Louis Breguet bei ihm.
Im Jahr 1764 wurde er aufgrund seiner Marinechronometer, z.B. seiner frühen Marineuhren No. 3 und No. 6, bereits zum Horloger de la Marine Royale ernannt. Ferdinand Berthoud wurde im Auftrag von König Ludwig XV. 1763 und 1766 nach London gesandt wurde, um die Geheimnisse von Harrisons H4 herauszufinden. Harrison war ebenso ein singulärer Erfinder, aber anders als Berthoud durchaus nicht geneigt, seine Erkenntnisse mit anderen zu teilen.
Allerdings darf man dabei nicht die nervenaufreibenden Streitikeiten außer acht lassen, die Harrison mit dem "Board of Longitude" auszufechten hatte. Gleichwohl war diese erste Englandreise Berhouds nicht gänzlich erfolgreich, denn Harrison gestattete zwar die Untersuchung seiner Uhren H1, H2 und H3, hielt aber seine H4, welche die Grundlage für sein letztlich doch bewilligtes Preisgeld der Längengrad-Komission bildete, unter Verschluß. Erst auf einer zweiten Reise nach London 1766, die ihn u.a. mit Thomas Mudge zusammenführte, konnte er weitere Informationen über dieses Werk sammeln, die auch seine eigenen Entwicklungen beeinflußten.
Erst 1766 erhielt er von Ludwig XV. und seinem Marineminister César Gabriel de Choiseul-Chevigny, mit dem schönen Titel Duc de Praslin, dessen Familienname tatsächlich Ursprung der heute bekannten Praline ist, den offiziellen Auftrag, den englischen gleichwertige Uhren zu bauen.
Berthoud Hauptverdienst besteht nicht nur im Bau und entwicklung des französichen Marinechronometers, er schrieb seine grandiosen Lehrbücher zur Uhrmacherei (u.a. Traité des horloges marines, Essai sur l'horlogerie, De la mesure du temps, Traité des montres à longitudes) und fertigte eine große Zahl faszinierender großer und kleiner Uhren, unter denen sich genau 21 gewichtsgetriebene Schiffschronometer befinden.
1770 wurde er zum "Horloger mécanicien du Roi et de la Marine" (Uhrmacher des Königs und der Marine) ernannt. Später wurde er Mitglied des "Institut de France" und der "Royal Society". Am 17. Juli 1804 folgte seine Ernennung zum Ritter der Ehrenlegion.
Ferdinand Berthoud war zweimal verheiratet, zuerst mit Elisabeth-Henriette Chatry de la Fosse und später mit Marie-Adélaïde Dumoustier. Marie-Adélaïde Dumoustier war eine Tochter von Gabriel-Etienne-René Dumoustier (1730-1802), ein Onkel von Elisabeth-Henriette Chatry de la Fosse.
Ferdinand stirbt aber kinderlos nach kurzer Krankheit am 20. Juni 1807 in Groslay bei Paris. In Paris ist eine Grundschule nach Ferdinand Berthoud benannt, sowie Straßen in Couvet, Argenteuil, Groslay und Besançon
Zusammenfassung
| Kategorie | Zeit | Kennzeichen | Altersbestimmung |
|---|---|---|---|
| Originale Berthoud‑Chronometer (Paris) | 1750 – 1807 | Handgravur, „à Paris“, marine Style Werk | Über Museums‑Register / Nummer |
| Nachfolger (Louis Berthoud & Frères) | 1807 – 1830 | „Berthoud Frères“ | Serien bis Nr. 300 |
| Luxus‑Reedition (Chopard) | ab 2015 | „Chronométrie Ferdinand Berthoud“ + FB‑Kaliber |
1 Kommentar
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