Fortis Altersbestimmung und Geschichte nach Modellen - Sammler-Uhren

Fortis Altersbestimmung und Geschichte nach Modellen

Kurz­überblick über Fortis

  • Gründung: 1912 durch Walter Vogt in Grenchen (Schweiz).
  • Frühe Pioniermarke für automatische Armbanduhren, 1930 zusammen mit John Harwood.
  • Besonders bekannt:
    • 1930 → erste Serien‑Automatikuhr der Welt (Harwood‑System)
    • 1960er → Flieger‑ und Marineuhren
    • 1990er → „Official Cosmonauts Chronograph“
  • Werke: hauptsächlich A. Schild (AS), ETA, Lemania, später Valjoux, Sellita.

Werknummer und ihre Bedeutung

Die Werknummer (manchmal Seriennummer genannt) ist auf dem Werk oder dem Boden graviert und hängt von der jeweiligen Epoche ab.
Fortis nutzte fast immer Werke anderer Hersteller → das Produktionsjahr des eingebauten Werkes ist der Schlüssel.

Typische Werknummern und Zeitbereiche

Werknummer (ca.) Werktyp / Hersteller Bauzeit (ca.) Beispiele
 100 000 – 300 000   AS 340 / Aegler / FHF  1912 – 1935   Frühe Handaufzugs‑ und Harwood‑Automatikuhren
 300 000 – 700 000   AS 970 / FHF 29 / Felsa 465   1935 – 1955   Klassische Automatik‑ und Fliegeruhren, „Fortis Harwood“, „Marinemaster“
 700 000 – 1 200 000   ETA 1080 / AS 1130 / Felsa 4007   1955 – 1970   Sport‑ & Dress‑Modelle, frühe Fortis Stratoliner
 1 200 000 – 2 000 000   ETA 2472 / Valjoux 72 / Lemania 1873   1970 – 1985   Chronographen & Automatik‑Serien
 2 000 000 +   ETA 2824 / Valjoux 7750 / Sellita SW200  ab 1985   „Official Cosmonauts“, „B‑42“, „Spacematic“ usw.

 

Weitere Hinweise zur Altersbestimmung

Merkmal Zeitliche Einordnung
„Fortis Harwood“ Gravur, keine Krone  1930 – 1935 
Zifferblatt mit „Fortis Automatic“ + Art Déco‑Design  1940 – 1950 
Fortis‑Logo mit stilisiertem Flügel (F‑Symbol)  1950 – 1970 
„Fortis Spacematic“ / „Stratoliner“  1960 – 1970 
Signatur „Official Cosmonauts Chronograph“  ab 1994 
Glasboden mit ETA 2824 / Sellita SW200  ab 2000 

Werk‑ und Gehäusenummern

  • Werknummer: eingraviert auf der Platine oder unter dem Rotor (bei Automatik).
  • Gehäusenummer: außen oder innen im Bodendeckel – häufig „Ref. ### .###“.
  • Ab den 1980ern enthält die Referenznummer oft das Modelljahr in kodierter Form:
    Beispiel „597.10.141“ → „597“ = B‑42 Chronograph‑Serie.

Typische Beispiele aus der Praxis

Gravur Werk Datierung Typ
 „Fortis Harwood – Patent No. 360.262“  Harwood‑Automatik Aegler  1930–1932  erste Automatikuhr
 „Fortis Marinemaster 25 Rubis – AS 1130“  AS 1130  1958–1962  Handaufzug Flieger
 „Fortis Spacematic – ETA 2472“  ETA 2472 No. 1 325 920  1974–1976  Automatik Stahl
 „Fortis Official Cosmonauts“ – Valjoux 7750  7750 No. 2 434 xxx  1996–1998  Chronograph Titan
 „Fortis B‑42 Automatic – Sellita SW200“  –  ab 2010  Neuzeitlicher Cosmona

 

1912 Das Schweizer Dorf Grenchen war die Heimat von FORTIS, als das Unternehmen 1912 von Walter Vogt gegründet wurde, und ist es auch heute noch. Herr Vogt war ein großer Innovator und Pionier: Seine ursprüngliche Philosophie bildet noch heute die Grundlage der Unternehmenspolitik: „…die Herstellung hochwertiger Schweizer Uhren in innovativem Design zu erschwinglichen Preisen…“

1924 Das entscheidende Jahr in der Geschichte von FORTIS war 1924, als Walter Vogt John Harwood, den britischen Erfinder der automatischen Armbanduhr, traf. Harwood hatte bereits zwei Jahre lang nach einem Industriepartner für die Massenproduktion seiner Erfindung in der Schweiz gesucht. In dem Gründer von FORTIS fand er einen brillanten Verfechter des Konzepts der automatischen Armbanduhr. Walter Vogt unterstützte das Projekt und stellte beträchtliche finanzielle Mittel für die Produktion bereit.

1926 Die weltweit erste serienmäßig produzierte Armbanduhr mit Automatikaufzug, die „Harwood Automatic“, wurde auf der Basler Messe vorgestellt und stieß auf großes Interesse.

1930 In den 1930er Jahren produzierte FORTIS zwei weitere klassische Automatikuhren, die zu berühmten Produkten wurden: Zuerst die „Rolls“, eine Armbanduhr, die mit einem von Léon Hatot aus Paris entwickelten Aufzugssystem legendär werden sollte. Der Name der Uhr leitete sich von der Bewegung des Uhrwerks im Gehäuse ab, die es aufzog.

1931 FORTIS produzierte die Autorist, die ebenfalls einen von John Harwood erfundenen Automatikmechanismus verwendete. Die Uhr wurde durch die Bewegungen des Armbands angetrieben, das über dessen Befestigung an der Uhr befestigt war.

1937 Zum 25-jährigen Firmenjubiläum produzierte FORTIS seine ersten Chronographen, die bis heute für ihre Präzision geschätzt werden. „Wandfluh“, der Name des Jura-Massivs bei Grenchen, wurde als Name des FORTIS Chrono weltweit bekannt.

1943 FORTIS bedeutet „stark“, und mit der Präsentation der ersten wasserdichten Uhren aus der Schweiz und dem erfolgreichsten Modell „Fortissimo“ trifft FORTIS erneut die Marktnachfrage.

1947 Einige Jahrzehnte nach ihrer Markteinführung erfreut sich die Wecker-Armbanduhr dank der Bemühungen von FORTIS erneuter Beliebtheit.

1954 FORTIS nimmt die Produktion der Wecker-Uhr auf und ist damit eng mit dem weltweiten Vertrieb der zuverlässigsten Uhr aller Zeiten verbunden.

1956 FORTIS gewinnt die wichtigsten Chronometer-Auszeichnungen des Schweizerischen Instituts für amtliche Uhrenprüfungen für seine wasserdichten Wecker der „Manager“-Serie. Jede einzelne getestete „FORTIS-Manager“-Wecker-Uhr erhält die Auszeichnung „besonders gute Ergebnisse“.

1957 Am 26. November feierten 600 Uhrmacher in Tokio in der Yamaha-Halle den sogenannten „FORTIS-Tag“. Das Unternehmen lud die japanischen Uhrmacher ein, das neue elektrische Regelsystem „BEP“ von FORTIS zu bewerben und so die guten Beziehungen zu den Mitgliedern der japanischen Uhrmachervereinigung zu stärken.

1962 Der Name FORTIS – weltweit ein Synonym für zuverlässige Automatikuhren aus der Schweiz – lebt weiter mit der Jubiläumsuhr „Stratoliner“ zum 50-jährigen Firmenjubiläum und der „Spacematic“, einer bis 25 Atmosphären getesteten, absolut wasserdichten Ankeruhr mit hochpräzisem Automatikwerk und Datumsanzeige, die im selben Jahr von den Mitgliedern des amerikanischen Astronautenteams ausgewählt wurde.

1965 Mit den aufkommenden Quarzuhren aus Japan sah sich FORTIS wie alle anderen Schweizer Marken einem Marktwettbewerb gegenüber, dem viele nicht standhalten konnten. Die Antwort von FORTIS auf diese Herausforderung, basierend auf den Erfahrungen des Unternehmens mit wasserdichten Taucheruhren, war die Entwicklung der „Flipper“-Uhr. Für den amerikanischen Markt: die „FORTIS-Cobra“, ein äußerst markantes Design, das in diesen bewegten Zeiten ein echter Hit und ein enormer Erfolg war.

1975 FORTIS setzte mit dem Modell „Flipper Quartz Leader“ neue Maßstäbe in der Uhrenmode und feierte in den folgenden Jahren in über 40 Ländern großen Erfolg. Diese Uhrenserie verfügte über das originale FORTIS Containersystem, das den sekundenschnellen Austausch von Uhrwerk und Armband ermöglichte.

1982 Der „Flipper Quartz Leader“ bietet neben Stahl- und 18-Karat-Goldarmbändern auch eine große Auswahl an farbenfrohen Armbändern und machte dieses FORTIS-Design Anfang der 80er Jahre zu einem Hit, getragen beispielsweise von den Rolling Stones, Roman Polanski, Leonard Bernstein und anderen. Der „Aristokraten der Plastikuhren“ V. Philibert, Europa Star.

1987 Anlässlich des 75-jährigen Firmenjubiläums setzt FORTIS einen Trend mit der Neuauflage der Automatikarmbanduhren, die in der glorreichen Vergangenheit ein Synonym für die Marke waren.

Neben dem Original FORTIS Container System mit der erfolgreichen Linie der "FORTIS Logo Swiss" Kollektion und der Harwood, der weltweit ersten automatischen Armbanduhr in Serienproduktion, brachte FORTIS in diesem Jahr die legendären Fliegeruhren mit ihren klaren Funktionen und gut lesbaren Zifferblättern im typischen FORTIS-Design wieder auf den Markt und markiert damit die Renaissance der mechanischen Uhren, ein Trend, den viele Schweizer

 

Quelle: brittons-watches.co.uk

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