Gordian Hettich Furtwangen Uhren Alter feststellen - Sammler-Uhren

Gordian Hettich Furtwangen Uhren Alter feststellen

Wer war Gordian Hettich?

Punkt Information
Name: Gordian Hettich (Söhne) – Uhrmacherfamilie aus Furtwangen (Schwarzwald)
Zeitraum:  ca. 1820 – 1930 aktiv (verschiedene Generationen)
Sitze:  Furtwangen – später auch Triberg / St. Georgen
Tätigkeit:  Präzisions‑, Turm‑ und Wanduhren; ab spätem 19. Jh. Uhrenfabrik „G. Hettich Söhne“
Produktion:  Mechanische Groß‑ und Kleinuhren – Observatoriums‑ und Marinechronometer, später auch Kuckucks‑ und Regulatoruhren
Export:  Deutschland / Schweiz / Skandinavien – viele Uhren ins Kaiserliche Marinenetz geliefert

 

Werknummern und Serien

Erhaltene Firmen‑ und Museums­aufzeichnungen (Furtwangen, Glashütte, London) zeigen, dass Gordian Hettich Söhne die Uhren fortlaufend nummerierte, besonders die Präzisions‑Pendeluhrwerke und Marine‑Chronometer.

Werknummer (ca.) Herstellungszeit / Serie Typische Uhren
 Nr. 1 – 100  1825 – 1850  Frühe Präzisions‑Pendeluhr, Holz‑ u. Messingwerk, signiert „G. Hettich Furtwangen“
 Nr. 100 – 300  1850 – 1880  Regulatoren, Astronomische Uhren, gelegentlich „G. Hettich Söhne“
 Nr. 300 – 600  1880 – 1910  Tisch‑ u. Marine‑Chronometer, feine Skelettierungen, Präzisionshemmungen
 Nr. 600 – 900  1910 – 1930 (Spätperiode)  Moderner Bau, Nickel‑Stahl‑Platinen, Serien mit „GH Söhne – Furtwangen“ Signatur

 

Gravur‑ und Stilmerkmale als Datierungshilfe

Merkmal Zeitliche Zuordnung
Gravur „Gordian Hettich“ mit geschwungenem „G“ – ohne „Söhne“  1825 – 1860
Gravur „G. Hettich Söhne – Furtwangen“  1860 – 1910
Prägung „G. Hettich Söhne Uhrenfabrik“  nach ca. 1900
Werk mit Holz‑ Platinen  vor 1850
Werk aus Messing, nach Glashütter Bauart  1880–1900
Silberne Regulator‑Skala im Ziffernring  ab 1890
Englische Marine‑Chronometer‑Gehäuse mit Doppelkasten  ca. 1900–1915

Typische Uhren nach Epoche

Epoche Uhrenarten
 1820–1850  Turm‑ und Wandregulatoren, Astronomische Zimmeruhren
 1850–1890  1‑Sekunden‑Regulatoren, Miniatur‑Präzisionsuhren
 1890–1915  Marinechronometer, Laboruhrwerke
 1920er  kleinere elektromechanische Prototypen (stark selten)

 

Gordian Hettich wurde 1825 als Sohn des Uhrenhändlers Gregorius Hettich (1786–1861) und dessen Ehefrau Gertrud Siedle geboren. Sein Vater Gregorius entstammte einer wohlhabenden Familie aus einem Nebenort von Furtwangen. Sein Großvater Antonius war ein industrieller Uhrmacher und seine Großmutter Helena geb. von Marck entstammte einem damals erloschenen Adelsgeschlecht.

Gordian wuchs in Furtwangen auf und wurde schon als Jugendlicher in die Arbeit seines Vaters eingespannt.

Hettich wurde um 1865 mit dem Deutschritterorden ausgezeichnet. Fortan nannte er sich auch Gordian Ritter von Hettich.

Leben als Unternehmer

Gordian Hettich betrieb als junger Mann ein Warengeschäft in seinem Haus in Furtwangen. Später richtete er dort eine Uhrenpackerei und einen Uhrengroßhandel ein. Ab Ende der 1850er Jahre unterhielt Gordian einen Stand für Uhrenbestandteile an der Kurpromenade in Baden-Baden. Beliefert wurde Hettich unter anderem von den großen Uhrenfabrikanten Theodor Ketterer und Johann Baptist Beha.

Im Jahr 1854 wurde Hettich Teilhaber der Zifferblatt- und Blechschilderfabrik Dold & Hettich, die in Furtwangen ihren Hauptsitz hatte. Außerdem war er mit Mitbegründer der Badischen Uhrenfabrik. 1858 wurde Gordian Hettich in Villingen-Schwenningen für „sein Bemühen, geschmackvolle Uhren in den Handel zu bringen“ ausgezeichnet. Mit der Wiener Weltausstellung im Jahr 1873 gelang ihm sein Durchbruch als Fabrikant. Dort stellte er ein großes Sortiment an verschiedenen Uhren aus und erhielt großes ansehen. Er produzierte unter dem Pseudonym „Gordian Hettich Sohn“. Im Jahr 1880 übernahm der Sohn Gordians, Hermann Hettich das Familienunternehmen und führte dies im Sinne seines Vaters weiter

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