Gustav Adolf Müller GAMA Pforzheim Uhrenfabrik - wie alt ist meine Uhr ?
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Wer war G. A. Müller?
- Vollname: vermutlich Gustav Adolf Müller oder Georg A. Müller (je nach Quelle).
- Ort: Pforzheim oder Schwarzwald‑Region (in Handelsverzeichnissen um 1900–1930 belegt).
-
Tätigkeit: Kleine Uhrenfabrik / Assemblage‑Betrieb („Uhrenfabrik G. A. Müller“),
spezialisiert auf Import‑ und Montageuhren mit Schweizer Rohwerken (Aegler, FHF, AS usw.). - Produktion: Hochwertige Taschenuhren und später Armbanduhren – „Swiss Made“ Werk, deutsche Gehäusemontage.
- Diese Uhrmacher‑Fabriken waren typisch für die damalige Zeit: Sie importierten Werke aus der Schweiz, montierten, prüften, regulierten und signierten sie in Deutschland.
G. A. Müller ist eine deutsche Uhren- und Schmuckmanufaktur in Familienbesitz mit Sitz in Pforzheim.
Geschichte
1910 gründete Gottlob August Müller (* 1874 in Pforzheim; † 1958 ebenda) als gelernter Goldschmied das Unternehmen in Pforzheim. Bereits seit 1906 fertigte er Uhrketten aus 18kt Gold für die damals üblichen Herren-Taschenuhren. 1910 begann Müller mit dem Verkauf und Export von Uhrketten an verschiedene Uhrwerkhersteller in der Schweiz. Im Gegenzug importierte er Schweizer Uhrwerke nach Pforzheim und baute diese in seine eigenen Uhrgehäuse ein. Die Geschäfte mit den Schweizer Geschäftspartnern wurden oftmals per Handschlag getätigt.
Die Armbanduhr für Herren war bis 1920 nicht sehr verbreitet, das Tragen von Uhren am Arm oder Handgelenk war ein Privileg der Damen, welche die Uhren als modisches Accessoire betrachteten[1]. So war Müller einer der Pioniere der Uhrenindustrie in Pforzheim und vor allem auch international, da er sich bereits seit 1910 mit der Fertigung von Herrenarmbanduhren mit kompakt gebauten Schweizer Uhrwerken in seinen Gehäusen beschäftigte und bald darauf die Produktion von Herrenarmbanduhren begann. So baute er eine der ersten Herrenarmbanduhren in Deutschland.
Die Marke „Gama“ wurde seit 1921 auf die Zifferblätter der Uhren aufgedruckt. „Gama“ steht als Akronym für die Anfangsbuchstaben der Worte Gottlob August Müller – das letzte A wurde aus phonetischen Gründen an den Wortstamm GAM angehängt. In den 70er Jahren wurde zusätzlich der griechische Buchstabe Gamma (γ) unter den Schriftzug auf ausgewählten Uhrenmodellen aufgedruckt.
Das erste Firmendomizil befand sich in der Gartenstraße 18–20 (in den 70er Jahren in Parkstraße umbenannt) – zunächst als Schmuck- und Bijouteriefabrik und bereits ab 1919 offiziell mit der eigenen Armbanduhren- und Uhrgehäusefertigung unter dem Markennamen „Gama“. In den 1930er Jahren traten die Kinder des Firmengründers, Hedwig Blessing, geb. Müller, Ida Müller und Walter Müller sowie der Schwiegersohn Karl Blessing, in die Leitung des Unternehmens ein.
Dabei gelang es dem Vater, dass sein Sohn Walter Anfang der 1930er Jahre seine Ausbildung zum Uhrmacher als erster Deutscher an der renommierten Genfer Uhrmacherschule absolvieren durfte, die er mit „Auszeichnung als Jahrgangsbester“ bestanden hat
Zeitliche Orientierung über Werknummern
| Werknummer (ungefähr) | Werkhersteller | Zeitraum | Typische Uhr |
|---|---|---|---|
| 100 000 – 250 000 | Aegler (Rebberg) | 1895 – 1905 | Frühe Taschenuhr, Emailblatt, Silbergehäuse |
| 250 000 – 500 000 | A. Schild / FHF Serien | 1905 – 1915 | Feine Taschenuhren, „15 Rubis“ Gravur |
| 500 000 – 800 000 | AS 340 / FHF 29 | 1915 – 1925 | Automontage in Deutschland („Uhrenfabrik G.A. Müller“) |
| 800 000 – 1 200 000 | AS 970 / FHF 73 | 1925 – 1935 | frühe Armbanduhren, verchromte oder Nickelgehäuse |
| > 1 200 000 | AS 1130 / Unitas | ca. 1935 – 1940 | klassische Handaufzüge, „Waterproof“, „Antimagnetic“ |
Äußere Erkennungsmerkmale (zur Datierung ohne Seriennummer)
| Merkmal | Typischer Zeitraum |
|---|---|
| Emailzifferblatt mit römischen Ziffern | 1890 – 1910 |
| Arabische Ziffern + Leuchtmasse (Radium) | 1915 – 1935 |
| Gravur „G. A. Müller Uhrenfabrik – Germany“ auf Werkplatte | 1920 – 1935 |
| „15 Rubis / Swiss Made“ | 1910 – 1930 |
| Gehäusepunze 0.800 / 0.900 + Halbmond & Krone | deutsche Silbergehalte um 1900–1930 |
| Staubdeckel aus Messing oder Nickel | 1915 – 1930 |
| Zentrale Sekunde | ab 1930 |
Typische Kombinationen aus Sicht der Praxis
| Gravur / Werkmerkmal | Uhrentyp | Geschätzte Fertigung |
|---|---|---|
| „G. A. Müller Uhrenfabrik – Germany“ + Aegler‑Werk | Taschenuhr 15 Rubis | 1900 – 1905 |
| „G. A. Müller Germany“ mit AS 340 Werk‑Nr. 520 000 | Taschenuhr Nickelgehäuse | 1918 – 1922 |
| Messinguhr mit AS 970 No. 780 450 | Armbanduhr mit kleiner Sekunde | 1926 – 1929 |
| Werkgravur AS 1130 – No. 1 032 540 | Handaufzug, Stahlgehäuse | ca. 1939 |