J. D. Thies Hamburg Chronometer Altersbestimmung
Share
Thies, Hamburg
- Uhrmachermeister / Händler in Hamburg, tätig vermutlich um 1900 – 1940/50.
-
Im Hamburger Adressbuch um 1910–1928 finden sich Einträge für:
„J. Thies – Uhrmacher, Hamburg“
und > „Gebr. Thies“, ebenfalls in der Stadt aktiv. - Thies war kein Fabrikant, sondern betreute ein Uhrmachergeschäft – ähnlich wie Koopmann (Bremen), Thie (Kiel) oder Lidecke (Geestemünde).
-
Die meisten Uhren mit der Gravur„Thies – Hamburg“
stammen aus Schweizer Produktion (A. Schild, FHF, Unitas, oder Aegler) – in Hamburg reguliert und verkauft
Typische Uhren
| Zeitraum | Typ | Beschreibung |
|---|---|---|
| 1895–1915 | Taschenuhren | Silbergehäuse (0.800 / 0.900), Emailzifferblatt, römische Ziffern, 15 Rubine |
| 1915–1925 | Präzisionstaschenuhren | A. Schild AS 340 / 420, arabische Ziffern, kleine Sekunde |
| 1925–1935 | Armbanduhren | FHF 30 / AS 970, Nickel- oder Stahlgehäuse |
| 1935–1945 | Handaufzug-Armbanduhren | A. Schild AS 1130 („Wehrmachtswerk“), teils militärischer Stil |
| Nach 1950 | vereinzelt Nachkriegsmodelle | Deutsche oder ETA‑Werke, ohne Emailzifferblätter |
Werknummern und Datierung
Die Werknummern stammen von den Herstellerwerken (Schweiz), nicht von Thies selbst.
Trotzdem kann man das Alter über bekannte Serienbereiche gut eingrenzen:
| Werknummer (ca.) | Werkhersteller / Kaliber | Zeitbereich |
|---|---|---|
| 200 000 – 400 000 | Aegler (Rebberg‑Typ) | 1900 – 1915 |
| 400 000 – 600 000 | A. Schild AS 340 / 420 | 1915 – 1925 |
| 600 000 – 900 000 | A. Schild AS 970, FHF 29 / 30 | 1925 – 1935 |
| 900 000 – 1 200 000 | A. Schild AS 1130 („Wehrmachtswerk“) | 1935 – 1945 |
| > 1 200 000 | Durowe / ETA (Nachkriegsmodelle) | nach 1950 |
Stilistische Hinweise
| Merkmal | Wahrscheinlicher Zeitraum |
|---|---|
| Emailzifferblatt, römische Ziffern | vor 1915 |
| Arabische Ziffern, Email oder Metall | 1910–1925 |
| Leuchtziffern (Radium) / Luminova | ab 1915 |
| Bedrucktes Metallzifferblatt | ab 1930 |
| Kleine Sekunde 6 Uhr | klassisch bis 1940 |
| Zentrale Sekunde, Stoßsicherung (Incabloc) | nach 1950 |
| Silbergehäuse 0.800 / 0.900 mit Halbmond+Krone | typisch deutsche Importzeit (1910–1930) |
Thies, J.D.
Deutscher Uhr- und Chronometermacher [1], Uhrenexporteur
J.D. Thies betrieb um 1877 in Hamburg, Schleußenbrücke Nr. 10, ein Lager von Taschenuhren für den Großhandel und den Export. In seinen Inseraten verweist er auf seine Erfahrungen als Uhrmacher. Er nahm ab 1880 an Chronometerprüfungen an der Deutschen Seewarte Hamburg teil
Johann Diedrich Thies war ein wenig bekannter Chronometerbauer aus Hamburg. Im Winter 1880/81 wird erwähnt, dass er zwei Marinechronometer bei den Chronometerprüfungen an der Deutschen Seewarte einreichte Sie hatten die Seriennummern Nr. 1 und Nr. 2 und belegten den 23. und 24. Platz von 35 getesteten Chronomtern. Seine Geschäftsadresse war als Neierwall 24 und Posterstr 1 angegeben.
F. Dencker wurde ca. 1835–1909. Er war Mitbegründer der Chronometer Werke GmbH in Hamburg im Jahr 1905 und deren erster technischer Direktor. Für kurze Zeit in den 1870er Jahren hatte er eine Partnerschaft mit Theodor Knoblich, dessen Name auf einem sehr ähnlichen Wandregulator eingraviert ist, verkauft Dr. H. Crott Auktionen, 47 Auktion, 13. November 1993, Los 120.
Es scheint, dass er etwa 300 Schiffschronometer verkaufte, die zuerst in England und später bei Ulysse Nardin gekauft wurden. Es ist auch bekannt, dass Kullberg Knoblich mit maritimen Chronometern versorgte.
Denckers Regulatoren sind typischer Hamburger oder Altona-Stil, basierend auf Kessels Entwurf, mit einem kurzen Anker von nur 61/2 Zähnen und den Drehlöchern in einer vertikalen Linie.
Wir möchten Karl Langer für seine Hilfe bei der Erstellung dieser Notizen danken
Quelle: WatchWiki, KI, Christies