F. N. Tietz Kiel Uhren Altersbestimmung Schiffschronometer
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Tietz, Kiel war kein eigenständiger Uhrenhersteller, sondern:
ein Juwelier / Uhrmacher / Händler in Kiel
Der Name „Tietz – Kiel“ wurde:
auf Zifferblättern
manchmal auch auf Werken
aufgedruckt
Die Uhren selbst stammen fast immer von:
Schweizer Rohwerk-Herstellern
Typische Werke & Zeiträume:
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AS / FHF Handaufzug → ca. 1930–1960
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PUW / Durowe → ca. 1940–1970
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Unitas 6300 / 6497 → ab ca. 1950
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ETA frühe Kaliber → ab ca. 1950/60
Zifferblatt & Schrift
Schriftzug „Tietz Kiel“:
klassisch, fein → meist 1930er–1950er
sachlich / schlicht → oft 1950er–1960er
Logos:
keine Logos, nur Text → typisch für Händleruhren vor 1960
Gehäuse & Material
Verchromtes Messing → 1930er–1950er
Edelstahl → häufiger ab späten 1950ern
Goldpunzen (585 / 14K) → gut datierbar über deutsche Punzen
Stoßsicherung (Incabloc):
fehlt → meist vor 1940
vorhanden → meist nach 1945
Leuchtmasse
Wichtiges Indiz:
Radium (stark vergilbt, leicht bräunlich):
→ ca. 1920–1955
Tritium (matter, gleichmäßiger):
→ ab ca. 1955
Die Firma F.N. Tietz wurde von Johann Friedrich Nicolaus Tietz gegründet. Johann Friedrich Nicolaus oder Friedrich Nicolaus wurde am 21. Februar 1843 in Heide, einer Stadt in Schleswig-Holstein geboren. Seinen Bürgereid legte er 1886 in Kiel ab. Sein Geschäft befand sich in der Herzog-Friedrich-Straße 28, er wurde im Adressbuch von 1915 als Chronometermacher bezeichnet. Sein Sohn Carl Tietz war ab 1930 Inhaber. Wegen des Krieges folgte die Zwangsverpflichtung zur Montage und Reglage von Einheitschronometern und Beobachtungsuhren wie die A. Lange & Söhne Beobachtungsuhr Kaliber 48.1.
Von der Firma Tietz sind verschiedenen Uhren erhalten geblieben. Er bezog seine Rohwerke von renommierten Chronometerherstellern aus Deutschland und England, z.b. von Tomas Mercer. Aus 1875 ist eine wunderschöne Präzisionspendeluhr mit Grahamgang, Steinpaletten und Pendel mit Quecksilberbarometer-Kompensation erhalten geblieben. Sie hat eine Verglastes Mahagonigehäuse, Regulatorzifferblatt mit 24-Stundenanzeige bei "6" und Minutenanzeige im Zentrum und Sekundenanzeige bei "12". Von Ihm stammt auch eine Schiffswanduhr der Kaiserlichen Marine, Nr. 1892479, massives Messingzifferblatt beschriftet mit Reichskrone M 1257, Messingwerk, mit Schraubenunruh, Breguetspirale und Malteserkreuz, 8-Tage-Werk von Gustav Becker aus Freyberg in Schlesien. Eine gleiche Uhr mit Reichskrone M 3835 war an Bord vom U-Boot 80, welches am 28. November 1818 von der Deutsche Marine an die britische Regierung übergeben wurde
Von Carl Tietz existieren auch noch veschiedene Uhren, z.B. Schiffswanduhr Nr. 1936, Marine-Chronometer Nr. 2053. aus dem Jahre 1939. Das Chronometer Nr. 691 von A. Lange & Söhne ist am 31. Dezember 1936 mit der Zifferblatt-Gravur: F.N. Tietz – Kiel Nr. 2029 an die Fa. Tietz ausgeliefert worden. Beim abgebildeten Chronometer stammt das gut erhaltene Werk englischer Bauart vermutlich von Mercer. Das Werk trägt die Nummer 2717, auf dem Zifferblatt ist es signiert mit der Nummer 2024. Von Tietz wurden zwischen 1929 und 1937 16 Chronometer bei der Hamburger Seewarte zur Prüfung eingereicht.
Johann Friedrich Nicolaus Tietz verstarb am 9. November 1931 in Kiel
Quelle: WatchWiki, KI