Victor Kullberg Stockholm Chronometer Altersbestimmung
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Victor Kullberg war ein in Stockholm geborener Uhrmacher, der ab 1856 in London (46 Charing Cross Road) arbeitete.
Er spezialisierte sich auf:
- Marinechronometer,
- Deck‑ und Taschenchronometer,
- und hochpräzise Observatoriumsuhren.
Nach seinem Tod 1890 führte sein Sohn Gustave Kullberg die Werkstatt weiter bis etwa 1910.
Spätere Uhren tragen daher oft nur „Kullberg London“ statt „Victor Kullberg“
Die folgende Tabelle basiert auf Archivdaten aus:
- Royal Observatory Greenwich Catalogues
- Chronometer Makers of London (Tony Mercer, 1991)
- und erhaltenen Museumsobjekten.
| Werknummer | Geschätztes Baujahr | Typische Signatur | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Nr. 1 – 200 | 1856 – 1865 | „Victor Kullberg London“ | erste elektrische oder Federchronometer |
| Nr. 200 – 600 | 1865 – 1875 | „V. Kullberg 105 Liverpool Road London“ | frühe hervorragende Marinechronometer |
| Nr. 600 – 1000 | 1875 – 1883 | unverändert | zahlreiche Chronometer für Royal Navy |
| Nr. 1000 – 1500 | 1883 – 1890 | späte Victor Kullberg‑Phase, oft mehrfach prämiert | |
| Nr. 1500 – 2000 | 1890 – 1905 | meist von Sohn Gustave gefertigt („G. Kullberg London“) | |
| Nr. 2000 – 2500 + | 1905 – 1915 | späteste Exemplare, oft Admiralty oder Board of Trade Lieferungen |
Weitere Datierungshinweise
| Gravur / Adresse | Zeitraum |
|---|---|
| „Victor Kullberg LONDON“ | früher, ca. 1856–1870 |
| „105 Liverpool Road, London“ | ca. 1870–1887 |
| „Kullberg & Son London“ oder „G. Kullberg“ | nach 1890 |
| „Kullberg London No. 2xxx“ | ca. 1900–1910 (Nachfolgeproduktion) |
| Gravur | Werknummer | Zeitraum | Gefertigt von |
|---|---|---|---|
| „Victor Kullberg London“ | < 600 | 1856–1875 | Gründer selbst |
| „Victor Kullberg 105 Liverpool Rd“ | 600–1000 | 1875–1883 | Meisterphase |
| „V. Kullberg No. 1000–1500“ | 1883–1890 | späteste Werke Victor Kullbergs | |
| „G. Kullberg London No. 1500 +“ | 1890–1910 | Sohn Gustave Kullberg |
(jacob) Victor Kullberg wurde am 13. August 1824 in Visby auf der Insel Gotland geboren. Er war der Sohn von Johan Kullberg (1800-1876) und Hedvig Christina Ahlström (1801-1840). Er war der älteste Sohn aus einer familie mit 6 Söhne wo von 3 kurz nach der Geburt verstarben.
Charakteristisch für seine Marinechronometer ist der Antrieb über Kette und Schnecke in der Anordnung reversed fusee (gekreuzte Kette), eine vom französischen Uhrmacher Julien Le Roy vorgeschlagene Kettenführung der Schnecke. Diese Bauart verringert wesentlich den Druck auf den Lagerzapfen der Schneckenwelle gegenüber der Version einer sich nicht kreuzenden Kette.
Kullberg schuf auch Taschenuhren mit Chronometerhemmung, einem von ihm konstruierten Kronenaufzug und einem verzahnten Federhaus. Seine Chronometer zeichneten sich durch sehr durchdachte Konstruktionen und saubere handwerkliche Ausführung aus. Um 1860 gelingt ihm die Entwicklung einer speziellen Sekundärfehler-Kompensation.
Die ersten Schiffschronometer werden um 1864 gefertigt [1]. Für seine qualitativ hochwertigen Werke und die Leistungsfähigkeit seiner neuen Hilfskompensation erhielt Kullberg immer wieder Bewertungen in Chronometertests weltweit und wurde mit zahlreichen Gold- und Silbermedaillen ausgezeichnet. Aufgrund seines weltweiten Handels und seines international guten Rufes wurde er 1874 als Chronometer-Hersteller der schwedischen und der norwegischen Marine ausgewählt und zum Hofuhrmacher des Schwedischen Königshauses ernannt und ihm wurde der Wasaorden verliehen.
Der Leiter der königlichen Sternwarte Greenwich sagte über eine von Kullbergs Uhren, die an den Tests in Greenwich 1882 teilnahm, dies sei "der beste Chronometer der dort je getestet wurde". Seine Chronometer-Rohwerke lieferte Kullberg an viele Hersteller in England und Europa. Einer seiner Abnehmer in Deutschland war Theodor Knoblich
Quelle: Watchwiki, KI